INTERNATIONALER ORGELSOMMER 4. Juli bis 1. August 2010
Sonntag, 1. August 2010, 5. Orgelkonzert, 21 Uhr, Ev. Stadtkirche Karlsruhe am Marktplatz
Giulio Mercati, geboren in Saronno, begann im Alter von sechs Jahren unter der Anleitung seines Großvaters Lamberto Torrebruno mit dem Klavierspiel. 1996 schloss er ein Philosophiestudium mit einer Arbeit über Musik-Ästhetik an der Universität "Cattolica del Sacro cuore" in Mailand mit Auszeichnung ab. Seine Studien erweiterte er durch den Besuch von Kursen von Emilia Fadini, Giancarlo Bardelli, Jean Boyer, Olivier Latry u.a.
Als Musikwissenschaftler arbeitet er für die Mailänder Scala, für das Verdi- Orchester, das "Guido Cantelli"-Orchester und das Mailänder Musik- Festival. 1999 wurde er Lehrer für Musikgeschichte am Institut "G.Rusconi" in Rho bei Mailand. Seit 2008 ist er Direktor der "Scuola di Musica Jubilate" in Legnano Er ist Initiator und künstlerischer Leiter zahlreicher Festivals und Konzertreihen in Italien und tritt als Soloorganist, Cembalist, Chorleiter und Dirigent in vielen Ländern auch außerhalb Italiens auf.
Das von Johann Sebastian Bach ursprünglich in d-Moll komponierte Präludium und Fuge c-Moll beginnt mit einem Pedalsolo, das von den Oberstimmen aufgenommen und später auch in der Fuge verarbeitet wird. Viele Orgelbearbeitungen der Werke Richard Wagners, so z.B. die Übertragung des Vorspiels "Prelude" aus dem "Lohengrin", schuf der englische Organist und Komponist Edwin Henry Lemare. Er zählte um die Jahrhundertwende zu den berühmtesten Organisten des englischsprachigen Kulturkreises und wurde aufgrund seines phänomenalen Gedächtnisses und seines unglaublich umfangreichen Repertoires von jeweils tausenden von Zuhörern bei seinen Konzerten geradezu gefeiert. Dies führte allerdings auch dazu, dass er immer wieder schnell Festanstellungen an Kirchen, wegen seiner regen Konzerttätigkeiten, aufgab. Der oft sehr hohe technische Anspruch seiner Bearbeitungen entsteht aus seiner möglichst genauen Orientierung an der Struktur und Klanglichkeit der Vorlagen. Richard Wagner wurde auch von Max Reger sehr geschätzt. Sein "Parsival" hatte ihn einst bewogen, Musiker zu werden. Ebenso wie Lemares Bearbeitungen gelten auch die Kompositionen für Orgel von Reger als technisch anspruchsvoll und bescherten ihm diesen Vorwurf schon zu Lebzeiten. An einen Freund, den Organisten Gustav Beckmann, schrieb er 1900: "Meine Orgelsachen sind schwer. Es gehört ein über die Technik souverän herrschender geistvoller Spieler dazu... Man macht mir oft den Vorwurf, dass ich absichtlich so schwer schreibe; gegen diesen Vorwurf habe ich nur eine Antwort, dass keine Note zuviel darin steht."







